11th IDBF Club Crew World Championships - Szeged

Die Vienna Police Dragons als erstes österreichisches Team bei einer Club Weltmeisterschaft.

Samstag, 14. Juli - MAGGIE & KARIN
Treffpunkt beim PSV Gelände und Abfahrt der beiden voll besetzten Busse (PSV und ASKÖ) um 7 Uhr. Gute Stimmung und große Vorfreude auf das Event „11th IDBF Club Crew World Championships“ in Szeged haben die staubehaftete 6-stündige Anreise mit den Bussen deutlich kürzer erscheinen lassen.

Familie Ackerl hat uns bereits erwartet und uns mit den ersten wichtigen Informationen versorgt. Nach der Verteilung der Akkreditierung und Check-In im Thermalhotel Panzió in Mórahalom hatten wir den ersten Treffpunkt um 14 Uhr am Regattagelände. Geplant war ein Training im „Standard Boat“ (20er) samt Besichtigung des Geländes und der Rennstrecke.

Das ganze Gelände ist beeindruckend großzügig und sehr gepflegt. An diesem Tag war alles noch überschaubar, da noch nicht so viele Teams Vorort waren. Dieses Bild hat sich allerdings mit jedem Tag massiv verändert. Bei letztendlich 6.200 Teilnehmern waren die zugeteilten Teamplätze und die errichteten Zelte voll belegt. Über 145 Teams aus 27 Nationen hatten ein gemeinsamen Ziel: Dabei zu sein!

Wir hatten das Boot eine Stunde zur Verfügung. Dabei konnte insbesondere das Startprozedere mit den Startschuhen genau einstudiert und geübt werden, da uns dieser neu ist und bis zum ersten Rennen sitzen muss. Das Startkommando: „Are you ready - Attention – zzzschschsch“ (der Startschuh kippt dabei um) bleibt bestimmt noch vielen lange im Ohr! Das erste Training haben wir tadellos erledigt. Es wird zusammengepackt und gleich danach geht's mit den Bussen zurück ins Hotel.

Am Abend gab es ein köstliches gemeinsames Abendessen im Fischrestaurant "Kiskőrössy Halászcsárda", bei dem eifrig über die bevorstehenden Rennen beratschlagt wurde.

Eine hat's an diesem Tag allerdings nicht in den Bus zurück geschafft: Am Weg zum Bus wurden Manfred, Vroni und ich von drei (vermeintlichen) Race Controllern in ein freundliches Gespräch verwickelt. Nach ein bisschen Small Talk machen sie uns allerdings klar, dass sie von der Doping Kontrolle sind, und jetzt ein Doping Test gemacht wird. Die Auswahl fiel dabei auf mich! Sehr gut bewacht wurde ich bis zur Doping Kontrollstelle begleitet und an zwei weitere Personen übergeben. Formulare wurden ausgefüllt, und eine Urinprobe abgegeben-die peinlichen Details erspare ich euch.

Ich wurde darauf aufmerksam gemacht, dass es völlig egal ist ob man paddelt, steuert oder trommelt - bei einer positiven Doping Kontrolle wird das ganze Team für die komplette WM Teilnahme disqualifiziert! Ganz nach dem Motto „You are part of the Team". Sollte das Ergebnis positiv sein werde ich In 3 - 4 Wochen verständigt. Keine Sorge - ihr erfährt es als Erste ;-)

Sonntag, 15. Juli - LIN CHI & HARRY
Für einen Teil des Teams startete der Tag mit dem ersten gemeinsamen Frühstück. Ein paar wenige von uns machten sich von Wien aus auf den Weg nach Szeged um uns beim Training am Nachmittag tatkräftig zu unterstützen. Vorerst entspannten wir uns in der Therme von unserem Hotel. Der Spaß an den Wasserrutschen und beim gemeinsamen Frisbee spielen kann man uns sichtlich anmerken. Am frühen Nachmittag machten wir uns auf den Weg zur Regattastrecke um unsere Trainings im 20er und „Small Boat“ (10er) zu absolvieren. Unser Fokus liegt wiederum auf dem Startvorgang. Am Abend bekommen wir in unserem Hotel ein gutes Essen, zum ersten Mal ist das gesamte Team versammelt.

Montag, 16. Juli - WALTRAUD & TORSTEN
Der dritte Trainingstag, welcher mit der Eröffnungsfeier abgeschlossen wurde.

Es ist der absolute Wahnsinn, denn es sind so viele Boote auf dem Wasser, dass es einem Bienenschwarm gleicht. 10er und 20er Boote kreuzen hin und her...

Wir fahren ruhig und entspannt zu Startlinie. Die Anspannung steigt. Langsam Schiffen wir ein und stehen perfekt im Startschuh. Dann das Kommando „Are you ready – Attention“ dann das Rauschen des Startschuhs wenn er untertaucht. Wir machten mehrere Starts um für die nächsten Tage voller Wettkämpfe gerüstet zu sein.

Alle Athleten und Betreuer fanden sich um 17:00 Uhr in der Innenstadt zusammen um ihr Land und ihren Club zu repräsentieren. Der Zug der Nationen war hunderte Meter lang und zog an das Ufer der Theiss, wo alle Teams überwältigt waren von der Flugshow des ungarischen Weltklasse Piloten, Peter Besenyei der sensationelle und spektakuläre Loopings in den Himmel gravierte und souverän atemberaubende Flüge unter der Brücke zeigte. Was für eine Eröffnungszeremonie...

Glad to be part of it.

Dienstag, 17. Juli – ANDI, FREDI & HORST
Endlich ist er da: Der erste Renntag – Standard Boat 200m Premier Mixed

Um 08:30 Uhr traten wir gestärkt, durch ein ausgezeichnetes Frühstück den Weg zur Rennstrecke an. Im Bus überbrückten wir die Zeit mit lauter Musik und Gesang. Die Anlage präsentierte sich bestens, das Wetter war sommerlich, leichter Wind war spürbar aber nicht störend.

Jeden von uns beschäftigte natürlich eine Frage: Wie schneiden wir hier ab? Wir haben zwar Trainingsläufe anderer Teams verfolgt, Training und Wettkampf sind aber immer zwei verschiedene Dinge. Macht aber jetzt alles nichts, wir konzentrieren uns auf unseren Lauf und schauen nach der Zieldurchfahrt, was wir erreicht haben.

Mit der Ausgabe der Startnummern stieg die Anspannung. Karin leitete uns durch ein intensives Aufwärmprogramm, damit wir zum Rennen locker und startklar waren. Voll motiviert gingen wir in den ersten Vorlauf und legten dort gleich eine wirklich gelungene Premierenvorstellung ab. Mitten in der Weltelite fuhren wir nicht hinten nach, sondern waren im Feld mit dabei. Leider fehlte uns dann das kleine Quäntchen Glück. Wir starteten in einem sehr starken Vorlauf und wären in jedem anderen Durchgang mit unserer Zeit direkt weitergekommen. Der nötige 4. Platz wurde knapp verpasst, als 5. mussten wir in einen Hoffnungslauf. Auch in diesem Lauf waren wir stark, da aber nur zwei Boote weiterkamen schieden wir als dritte denkbar knapp aus. Die Enttäuschung, nicht in das Semifinale vorzudringen war zwar vorhanden, wurde aber von der Freude, uns wirklich gut präsentiert zu haben weit übertroffen!

Mit vielen Eindrücken beladen aßen wir im Hotel zu Abend, wo wir die gute ungarische Küche genießen konnten.

Mittwoch, 18. Juli – VRONI & GERALD
Tag 5, den einige von uns nutzten um Szeged zu besuchen. Die drittgrößte Stadt Ungarns bietet eine schöne Altstadt mit Fußgängerzone und beeindruckenden Jugendstilgebäuden. Andere blieben in der Hotel Therme und erholten sich vom ersten Renntag. Am Heimweg legten wir einen Zwischenstopp am Regattagelände ein um die Finalläufe zu verfolgen.

Donnerstag, 19. Juli - RONNIE, LINDA & JENNY
Am zweiten Renntag geht es in der Klasse Premier Mixed über 500m im 20er an den Start. Das Wetter regnerisch und mit Gewittern durchzogen.

Im sehr stark besetzten Vorlauf konnten wir nur den siebenten Platz (2:05.283) belegen. Das heißt nochmals voll motiviert in den Hoffnungslauf. Wieder ein sehr starker Lauf mit Fotofinish. Eine sehr knappe Entscheidung, leider das Semifinale ganz knapp verpasst - doch dann, aufgrund des sehr schnellen Laufes ziehen wir als „fastest Looser“ zum ersten Mal bei einer Club Weltmeisterschaft in ein Semifinale ein. Die Freude bei uns ist sehr groß. Auch im Semifinale fahren wir mit der Weltspitze mit und belegen letztendlich den 23. Platz von 39 Startern. Völlig erschöpft aber zufrieden lassen wir den Abend gemeinsam mit dem Präsidenten des österreichischen Drachenboot-Verbandes Peter Widhalm ausklingen, welcher uns den ganzen Tag tatkräftig unterstützte. Es war ein Renntag der uns allen auf jeden Fall in Erinnerung bleiben wird.

Freitag, 20. Juli - HEINZ, TOM & FRANCOIS
Small Boat Premier Open 500m

Ein Tag auf den viele unsere Athleten mit Spannung gewartet haben, ob sie es aufgrund ihrer Trainingsleistungen in das Boot, von der Teamleitung, nominiert wurden. Bereits am frühen Vormittag traten wir die Anreise zur Rennstrecke an. Nach einem sportlich, körperlich und mental intensiven Vortag mussten wir zuerst wieder die Muskulatur auflockern und uns auf die bevorstehenden Rennen fokussieren. Nach einem intensiven Aufwärmtraining, unter den anerkennenden Blicken einer mitfilmenden Kanadischen Mannschaft, wurden die Sportler für den ersten 500m Lauf genannt. Einerseits eine Ehre die Klubfahnen hochhalten zu dürfen, anderseits wünscht man sich als Sportler in diesem Moment noch mehr als sonst ein perfektes Rennen abzuliefern.

Maggie, Vroni und Francois beschlossen mit dem Team mitzulaufen... parallel, am Ufer, ein großartiger Moment.

In einem starken Rennen war unsere Zeit 2:18,602. Im stark besetzen Heat waren wir damit leider nur siebente, in einem anderen Heat hätten wir die 2 beste Zeit erreicht - ja das motiviert wieder für den Hoffnungslauf.

Noch Mal knapp 2 Minuten paddeln - lange, kräftige Paddelschläge, wir kamen sehr gut weg und konnten bis zum Schluss mitfahren.

Zieleinlauf – Fotofinish 3.? doch 4. oder 5.?

Sehr lange Minuten – kein Ergebnis, murren im Team über die Rennleitung da auch nach 30 Minuten noch immer kein Ergebnis bekannt gegeben wurde. Wir begeben uns Richtung Mannschaftszelt, haben wir das Semifinale erreicht? Die Rennspannung muss aufrecht erhalten bleiben da wir jederzeit zum Semifinallauf aufgerufen werden könnten. Dann nach 50 Minuten das Ergebnis: 0,012 Sekunden hinter alten Bekannten - SK Dracia Legia 2012 Trencin - 4 cm fehlten uns für das zweite Semifinale.

Feiern ist jetzt durchaus angebracht.

Samstag, 21. Juli - SABRINA & LUKI
Nach einem anstrengenden Renntag stand der Heutige ganz im Zeichen der Regeneration, wo wir unsere letzten Kräfte für das anstrengendste Rennen in dieser Woche. Nach einem Stopp bei den Wasserbüffeln ging es weiter nach Szeged. In der Stadt angelangt machten wir uns direkt am Weg zur Theiß, hier fanden die 2000 Meter Rennen statt. Die anderen Teams angefeuert und uns die schnellste Linie von den besten abgeschaut. 

Danach ging es ins Salami & Paprika Museum, etwas Kultur darf natürlich nicht fehlen. Denn was ist typischer für Ungarn als Salami und Paprika! Am Abend ging es wieder ins Fisch Restaurant. Beim gemeinsamen Essen wurde der morgige Tag kurz besprochen und die letzten Tage noch Revue passieren lassen. Damit wir für die 2000m fit sind, ging's zeitig ins Bett.

Sonntag, 22. Juli – CLAUDIA, MANFRED & NIKI
Am letzten WM Tag stand für unser Team die 2000m Strecke im 20er Boot Premier Mixed am Programm. Gleich im ersten Rennen dieses Tages durften wir an den Start. Das Gefühl im Boot war großartig

Wir starteten in diesem Finallauf mit 12 anderen Teams als siebentes Boot. Bei der dritten Wende gelang es uns das Boot vor uns zu überholen und kurz darauf sogar noch ein weiteres Boot.

Mit einer sagenhaften persönlichen Bestzeit und einem neuen österreichischen Rekord fuhren wir mit einer Zeit von 9:00,405 (zzgl. 5 Strafsekunden für das Umfahren einer Boje) in diesem Heat knapp hinter Australien einen 5. Platz ein und konnten somit acht Boote hinter uns lassen!

In der Gesamtwertung belegten wir einen großartigen 25. Platz von 39 Teams und können mit unserer Leistung mehr als zufrieden sein.

Nach einer kurzen Erholung im Quartier, sahen wir uns die letzten Läufe der gegnerischen Teams an und wohnten der offiziellen Abschluss-Zeremonie bei. Bei der abschließenden Party direkt an der Rennstrecke feierte das ganze Team ausgelassen, schloss viele neue Freundschaften mit Paddlern gegnerischer Teams aus aller Welt und ließ die Woche auf wunderschöne Weise ausklingen.

Montag, 23. Juli - BABSI
Nach einem gemütlichen Frühstück, hieß es um 9:30 Uhr Busse beladen und abfahren. Kurz wurde noch die Verkaufsstelle der Firma Pick (Salami) besucht und dann ging es auf die Autobahn Richtung Wien. Zu Mittag setzten wir uns noch einmal zu einer kleinen Rast zusammen und am frühen Nachmittag trafen wir dann in der PSV ein. Ausräumen - wegräumen, das übliche Prozedere nach einer Regatta, das dank der vielen helfenden Hände rasch erledigt wurde. Andi brachte noch den ASKÖ Bus zurück. Bei einem gemeinsamen Getränk wurden immer noch die Erinnerungen, die wir mitgenommen haben, ausgetauscht.

Es war eine schöne Woche mit tollen Menschen und gelungenen Rennen. Eine Erfahrung, die sicherlich niemand mehr missen möchte und die in dem Hobby-Sportler-Leben, das wir mit Freude führen, auch nicht so schnell gemacht werden kann. Wäre schön, wenn wir den Trainingseifer weiter führen könnten und auch zu weiteren Großveranstaltungen fahren können.

Nochmals vielen Dank an alle Sportler - ohne euch wäre es nicht so schön gewesen - und an das Organisationsteam, die eine sehr gute Arbeit, sowohl im Vorfeld, als auch in dieser Woche geleistet haben.

REFERENZEN

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